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Mein
erster Tervuerren
Ich
habe diese Geschichte geschrieben , weil an dem Tag, an dem
ich mit der Tervuerenhündin zu mir nach Hause kam und sie
zwischen meinen beiden Katzen absetzte, sie die Kleinste war
und man ihr seitdem beim Wachsen zugucken konnte.
Wie ich
zu einem Belgischen Schäferhund kam !
Die
Entscheidung zu einem Hund ja zu sagen !
Ich hatte mich neun Jahre erfolgreich gewehrt, einen Hund
anzuschaffen, weil ich alleinerziehend war mit zwei Jungen
und 35 Stunden in der Woche arbeiten ging. Ich sagte nun immer,
wenn ihr alt genug seid, um alleine mit dem Hund Gassi zu
gehen, können wir darüber noch einmal reden. Mit der Zeit
wuchs mir mein großer Sohn buchstäblich über den Kopf mit
seinen 14 Jahren. Nun kam ich mit dem Argument, wir könnten
nicht ins Ausland fliegen, wenn wir einen Hund haben! Darauf
meinte er nur, das könnten wir uns sowieso nicht leisten und
in Deutschland sei es auch sehr schön, Urlaub zu machen.
Ein guter Bekannter von mir wollte sich eine Tibet Dogge anschaffen,
weil sein Rottweiler gestorben war. Ich holte mir aus der
Bücherei ein Hundebuch, um nachzuschauen, wie dieses Tier
aussieht. Daraufhin konnte ich nur noch rumwitzeln, dass ich
mir ein Leonberger anschaffen werde, damit sich sein Hund
dahinter verstecken könne. Meine Kinder nahmen meine Witzeleien
sehr ernst und fanden den Leonberger nun auch ganz schick.
Nun machte ich meine Witze auf Kosten meines 11 jährigen,
jüngsten Sohnes, der 30 kg wog, ob er den Hund reiten möchte
beim Gassi gehen, denn zum an die Leine nehmen würde der wohl
zu groß für ihn sein. Auch für meinen 14 jährigen Sohn mit
55 kg, da würde ich mich fragen wer hier mit wem Gassi gehen
würde ?
Daraufhin suchten sie sich Hunde aus dem Buch aus, die ihnen
gefielen.
Meine
Schäferhundhündin verstarb damals mit 14 Jahren als meine
Kinder noch klein waren, aber die Bindung zu einem Hund war
immer noch sehr groß. Da die Deutschen Schäferhunde in der
Stadt keinen so guten Ruf besaßen und die Besitzer, die einen
hatten, sich beklagten, dass sie nur noch beim Tierarzt mit
ihrem überempfindlichen Hund seien, da nahm ich also von diesem
Hund Abstand.
Aber als mir mein Jüngster mit einem Bild eines Belgischen
Schäferhundes, dem Tervueren, ankam und der Große mir von
den Groenendael vorschwärmte, kam bei mir die Begeisterung
für Schäferhunde wieder auf, und auf den Tervueren konnten
wir uns alle drei einigen.
Nun wussten wir,
was wir haben wollten !
1.
Wir wollten einen Hund, der für die Stadt harmlos aussieht,
aber auch einen Hund, der weiß, wann es nötig ist, seine Leute
zu beschützen.
2. Wir wollten einen Hund, der sich leicht erziehen und mit
wenig Mühe durch den Alltag bringen lässt.
3. Wir wollten einen verspielten, ausgelassenen Hund, der
stundenlang laufen kann, auch am Fahrrad oder mit einem Pferd.
4. Er sollte nicht zu groß sein und nicht zu klein bleiben.
Vom Gewicht sollte er zu den leichteren Hunden gehören.
5. Wir wollten einen Hund, der unser aufregendes Treiben täglich
schön findet und nicht doch lieber seine Ruhe genießen würde.
6. Wir brauchten einen Hund, der in der Stadtwohnung nicht
bellt.
7.
Eine Hündin wollten wir haben, weil sie friedlicher als ein
Rüde zu handhaben ist, im überfüllten Stadtpark, und
das Fell sollte nicht zu kurzhaarig sein.
Nun kamen wir
auf den Hund !
Ein
Tervueren erfüllte scheinbar unsere Wünsche bezüglich eines
Hundes. Nun gingen wir zwar noch in ein Tierheim gucken, schon
alleine weil Berlin gerade ein ganz neues Tierheim bekommen
hatte. Wir fanden dort auch Jack, einen Schäferhund - Mix
, aber leider war der schon vergeben. Die Kinder waren enttäuscht,
ich nicht so !! Die Kinder guckten sich Tervueren im Internet
an und ich auch, aber ich schaute sie mir nur an. Aber dann
kam Johannes, unser Bekannter, und hörte nun, dass ich mich
für eine Hunderasse begeistern lassen könnte und zu einem
Hund nicht mehr nein sagen würde. Unserem Bekannten fiel es
nicht schwer, einen ansprechenden Wurf Tervueren im Internet
zu finden mit einer halbwegs erreichbaren Adresse.
So kam das erste Telefonat zustande.
Katharina
Binder, Mittlerer Kaulberg 7, 96 049 Bamberg, Tel.: 0951 56737
Von
11 Welpen waren nur noch drei zu haben, also entschlossen
wir uns spontan, am nächsten Tag nach Bamberg zu fahren, um
uns die kleine Rasselbande anzuschauen. Wir fuhren am 7 Nov.
mit meinem gerade erworbenen Mitsubishibus, fünf Personen,
einer Tibet Dogge und
dem Schäferhund meiner Freundin um 6:00 in Berlin los. Am
29.09.02 waren die Welpen geboren und nun waren sie 5 Wochen
alt. Von 11:00 Uhr bis Nachmittags um 16:00 Uhr betreute uns
Frau Binder rührend und wir wurden eingeführt im Umgang mit
den Belgischen Schäferhunden. Und für einen Welpen hatten
wir uns entschieden, eine Hündin. Nach der Suche eines passenden
Namens mit I , kamen wir auf Ivana.
Zuerst !
Jetzt
mussten wir noch bis zur achten Woche warten. In der Bücherei
fand ich eine Menge Material über Welpen und alles um den
Hund, was man wissen sollte oder auch nicht !!
Meine
erste Schäferhundhündin schaffte ich mir mit 20 Jahren an,
sie war schon neun Monate und ich brauchte sie im Geschäft
und im privaten Bereich als Wachhund. Ich hatte mir zu dem
Zeitpunkt keine Gedanken um die Erziehung meines Hundes gemacht,
das einzige was ich bald merkte, war, dass sie Ihre Aufgaben
bestens erfüllte. Unter anderem merkte ich bald, dass alle,
die bisher sehr skeptisch auf dieses große dunkle Teil guckten,
bald sehr begeistert waren, von ihrer Sanftmut und Gehorsamkeit,
und auch auf Feierlichkeiten und geselligen Abenden durfte
dieser Hund bald nicht mehr fehlen.
Auch
wenn das in keinem Buch stand !!
Ich
kaufte ein 60 cm hohes Brett und schraubte es vor die Küchentür.
Wir hatten November und in meiner Küche war es kalt, also
bezog ich die Kinderbettmatratze, die sowieso nur auf dem
Hängeboden herumstand, und legte sie in die Küche unters Fenster.
Unter den Küchentisch legte ich eine Decke. Und vor der Küchenschrankwand
legte ich einen Restposten Teppich, den ich erwarb. 1 Wassernapf,
1 Fressnapf und Hundeknabberspielzeug und schon war unsere
Wohnung welpensicher !!
Die Wartezeit
sollte belohnt werden !
In
den drei Wochen hatte sich Ivana sehr verändert , 5 kg wog
sie nun, die Ohren standen. Ein eindrucksvoller Kopf, aus
dem zwei lebhafte Augen einen ansahen. Das Teddybärenfell
sah gut aus. Frau Binder musste sich von ihr nun auch trennen
und die Rückfahrt verlief gut am 26 Nov. Ich hatte im Bus
einen großen Pappkarton aufgestellt, in dem lag sie und wurde
von den Kindern gekrault. Die Fahrt bekam ihr sehr gut , gejammert
hat sie auch nicht. Geht doch !
Die
ersten Wochen !
In
der Küche fühlte sie sich wohl, wir hielten uns dort oft auf.
Aber da Frau Binder ihre Welpen auf Laken hielt, erkor sie
sich die Kinderbettmatratze mit Laken als Pinkelecke. Daraufhin
bekam die Matratze einen blauen Plastiksacküberzug, und darüber
legte ich Zeitungen und bezog sie mit einem Laken, und nun
konnte sie unfallfrei ihren See vollrichten, und das Laken
war schnell gewaschen und die Zeitungen konnten auch leicht
ausgetauscht werden. Alles andere blieb dafür sauber. Wir
konnten über das 60 cm Brett leicht herübersteigen, aber für
den Hund hörte sein Reich an der Tür auf, und da sie es nicht
anders kannte, beschwerte sie sich auch nicht. Ich konnte
in die angrenzenden Zimmer gehen oder auch die Wohnung verlassen,
ohne dass sie protestierte. In der ersten Nacht stand ich
5x auf, um ihr zusagen, dass wir sie alle gerne haben und
sie nun weiter schlafen solle, das klappte dann für eine Stunde.
In der zweiten Nacht brauchte ich nur noch zweimal ihr zurufen,
aus meinem Schlafzimmer, dass wir noch alle da seien und sie
weiterschlafen könnte. In den anderen Nächten war sie, glaube
ich froh, selbst durchzuschlafen. Am Abend, wenn sich alle
für eine Stunde ins Wohnzimmer zurückzogen, lag sie bei einem
von uns auf dem Schoß, da war sie noch so schön klein. Morgens,
wenn ich in die Küche kam, nahm ich mir immer viel Zeit zum
Schmusen. In der ersten Woche ging der Hund nach dem Gassi
gehen immer ruckzuck in ihre Pinkelecke in die Küche und hinterließ
einen See. Beim ständigen Gassi gehen ein wenig loben mit
Stimme und Hand, dann wurde es von Tag zu Tag besser.
Die
Wurmkur, die ich vom Arzt bekam, vertrug sie gar nicht, hinten
und vorne kam alles wieder raus. Nach einer Woche steckte
ihr der Arzt die gleichen Tabletten wieder in die Schnauze
und wieder kam alles raus, wir waren nur noch am Wischen,
bis wir eine Wurmkur bekamen, die sie gut vertrug. Wir wohnen
mitten in der Berliner Stadt am Viktoriapark und so lernte
sie den vorderen Bereich vom Park kennen, alle 2 ½ Stunden
gingen wir gassi. Ich ließ sie mit allen Hunden spielen, die
ihre Gewichtsklasse hatten, davon gab es viele, und Welpen
zum Rumbalgen trafen wir auch in ihrer Größe. Große Hunde
durften nur zum Schnuppern herankommen.
Es wurde so kalt -18°C, dass ich auf das Gassigehen morgens
und spät abends verzichten musste. Die Gesundheit des kleinen
Hundes war mir wichtiger. Wenn das Thermometer auf -7°C kam,
war es so windig, dass der Hund bald weg flog. Aber in der
Vorweihnachtszeit kamen viele Freunde meiner Kinder zu uns
nach Hause sowie meine Freundschaften, und so hatte der Hund
viele Begegnungen.
Am
10 Dez. wog Ivana 6kg, am 20 Dez. wog Ivana 7kg. 
Den
Heiligabend richteten wir für die Familie in großer Runde
aus, das war sehr schön und Ivana fügte sich auch gut ein.
Wir hatten ihr an diesem Tag das Brett an der Küchentür abgeschraubt
zu ihrer und unserer Freude, denn der Hund war nun zu schwer
geworden, um sie ständig hin und her zu tragen, wenn sie vom
Wohnzimmer zurück in ihre Pinkelecke musste. Außerdem
war sie inzwischen schon so gut wie stubenrein.
Mit
ihren kleinen Zähnen war sie sehr erfolgreich bei den Holzstühlen
in der Küche, die habe ich mit Tabaskus eingerieben, damit
sie davon abließ, und dem Hund habe ich dafür Kauknochen besorgt,
bevor sie noch mehr Möbel zerlegt.

Auf
dem Bürgersteig lief sie nun auch schon vernünftiger, vorher
zog sie, als ob sie doch lieber ein Schlittenhund werden wollte,
oder sie war vom Straßenverkehr so angetan, dass sie gar nicht
mehr vorwärts ging. Bei jeder roten Ampel zappelte sie in
ihrem Geschirr, als hätte ich einen großen Floh an der Leine.
Aber mit der Zeit wurde es immer besser. Nun blieb sie stehen
bei warte, nun
komm und der Hund läuft
wieder los. Vorher hatte ich einen Staubsauger als Hund, das
Wort pfui bewirkte mit der Zeit
Wunder. Bei dem Wort aus merkte
sie bald, dass sie alles wieder ausspucken sollte, und bald
machte das Staubsaugen keinen Spaß mehr.
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